Betreuung

 

Zentrale Themenfelder möglicher Betreuung


Die Betreuung im Rahmen einer religionswissenschaftlichen Masterarbeit (respektive Dissertation) ist ausschließlich von Mitgliedern des Instituts zu leisten (siehe nachstehend). Es wird gebeten, das Thema der Masterarbeit zeitgerecht von der Studienprogrammleitung genehmigen zu lassen. Das entsprechende Formular findet sich hier.

 

Asiatisch-diasporische, alternative und neue Religionen im Westen
Lukas K. Pokorny

Die in "Religion in Österreich" dargestellte Betreuungsmöglichkeit wird hier noch einmal regional auf westliche Gesellschaften im Allgemeinen erweitert, wenn auch mit der Einschränkung auf alternative, neue, sowie asiatisch-diasporische Religionen. Betreuung biete ich an dieser Stelle zu Forschungsprojekten, die sich mit den glokalen Entwicklungen und gegenwärtigen Ausformungen dieser religiösen Strömungen/Institutionen mit einem Schwerpunkt auf die Situation in Europa befassen. Der Theorie- und Methodenkatalog der Religionswissenschaft kann im Rahmen dieses Forschungsgegenstands zur Gänze erschöpft werden. Besonders begrüßenswert sind vergleichende Studien.

Ausgewählte Themen der vergleichend-systematischen Religionswissenschaft
Birgit Heller

Gerne übernehme ich die Betreuung verschiedener Themen der vergleichend-systematischen Religionswissenschaft mit denen ich mich näher befasst habe (beispielsweise vergleichende Detailstudien aus den folgenden Bereichen: Menschenbilder, Menschenwürde, Schöpfungsvorstellungen oder Tiere in den Religionen).

Der Gottesbegriff & Atheismus: Antik/Modern
Nickolas P. Roubekas

Obgleich es sich hierbei um eine Thematik handelt, welche im gesamten Forschungsfeld der historischen Religionen enthalten ist, biete ich speziell auch bei sehr zielgerichteten Fragestellungen, wie etwa der Frage danach, was eine Gottheit in polytheistischen wie monotheistischen Kulturen konstituiert, Betreuung an. Von speziellem Interesse sind Projektvorschläge, welche einem vergleichenden Ansatz nachgehen, und dabei – im Verständnis darüber, was ein oder was kein Gott sei – sowohl Ähnlichkeiten als auch Differenzen aufzeigen. So beispielweise von antiken (griechische und ägyptische Ideen), modernen (christlichen und jüdischen Vorstellungen) oder historisch-modernen Konzeptualisierungen (römische und muslimische Ideen). Zusätzlich und im Zusammenhang zum theistischen Verständnis von Gott oder Göttern interessieren mich Themen die mit dem atheistischen Standpunkt von Denkern (oder Gruppen) in der Antike als auch der Moderne verbunden sind. Solche Ansichten können mit dem ursprünglichen Thema der Göttlichkeit kombiniert werden und aufzeigen, wie der Atheismus auf solche Ansprüche reagiert hat und noch immer tut.


Esoterikforschung
Lukas K. Pokorny

In meiner Forschung interessiere ich mich besonders für die Erscheinungsformen des New Age (hier vor allem die Verbindung zum Millenarismus), die Theosophie sowie die euro-amerikanischen Esoterik-Rezeption Ostasiens. Ich biete Betreuung zu allen Themen der Esoterikforschung an. Ich verstehe "Esoterik" als einen Schirmbegriff, der weitestgehend nichthegemoniale Lehren und Strömungen mit gemeinsamen Strukturmerkmalen umfasst, die sich vor allem auf die Vorstellung stützen, dass höheres oder distinktes (praktisches) Wissen, destilliert aus einem als "geheim"/"verschwiegen" geltenden Diskurs, von seinen Ausübenden (schrittweise) zu heilsamen oder anderweitig selbstkultivierenden Zwecken genutzt werden kann, um dadurch verborgene Dynamiken des Lebens, der Natur und/oder des Kosmos im Allgemeinen zu erschließen.


Ethik der Religionen
Birgit Heller

Im Rahmen dieses breiten und aktuellen Themenfelds habe ich mich bisher ins besonders mit medizinethischen Fragestellungen am Lebensende auseinandergesetzt. Der medizinische Fortschritt hat das menschliche Sterben zu einem Problem ersten Ranges gemacht. Daraus hat sich die Forderung des Rechtes auf einen natürlichen Tod ergeben, das gegen die Möglichkeiten der Medizintechnik eine Sterbehilfe verlangt. Am aktuellen ethischen Euthanasie-Diskurs waren zunächst vorwiegend Christentum und Judentum beteiligt. Das hat zu tun mit den global unterschiedlichen Entwicklungsstandards in Medizin und Technik. Mittlerweile ist die Meinungsbildung weltweit in den Religionen in Bewegung gekommen. Der Begriff der Euthanasie wird im Kontext meiner Forschungen nicht auf die enge medizinische Verwendung für die aktive Sterbehilfe eingeschränkt, sondern bezieht sich auf die fundamentale Frage nach den religiösen Grundlagen und Bedingungen für ein gutes Sterben. Besonders aktuell ist die Frage nach einem medizinisch begleiteten Sterbefasten, das u.a. Wurzeln in asiatischen religiösen Traditionen hat. Auch die Debatten um Hirntod und Organentnahme besitzen gesellschaftliche Relevanz und sind durch unterschiedlichste religiöse Positionen gekennzeichnet. Ich bin offen für die Betreuung von Arbeiten, die sich auf diesen Kontext beziehen. Ein ganz anderes Thema, das mir am Herzen liegt, ist der Stellenwert von und Umgang mit Tieren in den verschiedenen religiösen Traditionen. Sehr interessant finde ich, dass sich in jüngerer Zeit vermehrt Verhaltensbiologen (etwa der Primatologe Frans de Waal oder der Wolfsforscher Kurt Kotrschal) zur biologischen Fundierung von Ethik und Religion äußern. Gerne betreue ich Forschungsprojekte, die historische oder vergleichend-systematische Aspekte der beiden genannten Bereiche bearbeiten möchten.

Frühes Christentum
Nickolas P. Roubekas

Auch wenn dies ein sehr breites Feld ist, gehört mein Interesse speziell denjenigen Themen, welche ein breites theoretisches Interessenfeld behandeln, so beispielsweise: Wie wurde das Christentum "erfunden"? Wie konnten frühe Christen ihre Identität formieren? Wie innovativ war das Christentum? Welche Argumentationen wurden von frühen Christen vorgebracht und akzentuiert? Ferner sind Studierende, die an den so genannten christlichen Apologeten (wie etwa Justin der Märtyrer, Athenagoras von Athen, Klemens von Alexandrien oder Irenäus von Lyon) und ihren Schriften Interesse finden, herzlich eingeladen, mich zu kontaktieren.

Historische Religionen
Nickolas P. Roubekas

Meine Betreuung biete ich in diversen historischen Traditionen an, im Spezifischen wären dies (jedoch nicht ausschließlich): griechische, ägyptische, mesopotamische und römische Religionen. Masterstudierende, die an Ritus, Glaubensvorstellungen, Mythen und anderen Aspekten historischer Kulturen in Bezug auf religiöse Praxis und Institutionen interessiert sind, dürfen mich ebenso gerne kontaktieren. Besonders interessiert bin ich an Projekten, die das grundlegend konstitutive Element dieser religionswissenschaftlichen Teildisziplin hinterfragen, d.h. was bedeutet der Begriff Religion hier eigentlich? Ist er korrekterweise anwendbar auf vormonotheistische Traditionen? Wie können wir den Begriff sinnvoll verwenden? Gibt es eine oder mehrere vernünftige methodische und theoretische Herangehensweise(n), welche sich als gewinnbringend erweist/erweisen, um den Wissensbestand „religiöser“ Ideen und Praktiken wissenschaftlich nachzuweisen?

Millenarismus
Lukas K. Pokorny

Schon seit geraumer Zeit interessiere ich mich, vor allem aus einem doktrinellen Blickwinkel, für die millenaristische Dimension neuer religiöser Bewegungen. Millenarismus definiere ich hierbei im Kern als Vorstellung eines allumfassenden heilsstiftenden Wandels der gegenwärtigen Weltordnung. Zurzeit richte ich mein Augenmerk in diesem Bereich auf die Erschließung distinkter ethnozentrischer wie soteriologischer Elemente des breiten Spektrums millenaristischer Ausdrucksformen neuer Religiosität Ostasiens. Ein damit verbundener weiterer zentraler Gegenstand meiner Forschung ist die Frage nach der Funktion millenaristischen Denkens für die Legitimierung und Förderung des vielseitigen säkularen (i.e., sozialen, politischen und ökonomischen) Handelns dieser Gemeinschaften. Betreuung biete ich zu obigen Themenstellungen, wie generell zum weiten Feld der Millenarismusforschung, einschließlich historischer und anthropologischer Projekte jenseits von (ostasiatischer) Neureligiosität, wie auch zum möglichen Nexus zwischen katastrophischem Millenarismus und Gewalt.

Moderne hinduistische Bewegungen
Birgit Heller

Da ich mich selbst intensiv mit zwei modernen hinduistischen Bewegungen, nämlich mit der Rāmakṛṣṇa-Bewegung und der Viśva Dharma-Bewegung befasst habe, bin ich offen für Arbeiten, die sich mit Bewegungen dieser Art in Indien oder in Europa auseinandersetzen möchten.

Mythos, Helden und Religion
Nickolas P. Roubekas

"Mythos" ist schon seit seiner antiken Auffassung und Verwendung ein umstrittener Begriff. Allerdings finden wir ihn heutzutage sehr lebendig wieder und dies beinahe in jedem kulturellen Umfeld, wenn auch vornehmlich als "falscher," "fehlerhafter," oder "pseudo-historischer" Zugang zu allem möglichen. Überdies verwenden sowohl antike als auch moderne Heldenkonzeptionen (von Achilles bis zu Superman) solche Mythenvorstellungen als Rechtfertigung oder oft auch als Überzeugungsinstrument, um das Zielpublikum über die Wahrheit des begleitenden Narratives zu versichern. Meistens weisen solche Geschichten einen nicht unmerklichen religiösen Aspekt auf. Meine Betreuung biete ich in allen angesprochenen Themenfeldern an, einschließlich derjenigen Fragestellungen, welche sich im weiteren Feld von Mythos und Helden bewegen. So sind auch Vorschläge zu Themen wie "Was ist ein Mythos?" und Theorien zur Mythoserklärung willkommen.

Neue religiöse Bewegungen
Lukas K. Pokorny

Zu einem großen Teil widme ich mich in meiner Arbeit der Erforschung neuer religiöser Bewegungen Ostasiens, wobei sich mein Augenmerk speziell auf drei Bereiche richtet: 1) Millenarismus und Ethnozentrismus in ostasiatischen Gemeinschaften, 2) die glokale Ausgestaltung im Westen, insbesondere in Europa und Österreich und 3) die Vereinigungsbewegung. Unter der Bezeichnung "neue religiöse Bewegungen" verstehe ich religiöse Vergemeinschaftungen, welche sich im Laufe der letzten rund zwei Jahrhunderte entwickelt haben. Gerne betreue ich Forschungsprojekte zu allen Aspekten neuer Religiosität in Ost und West, einschließlich sämtlich dafür relevanter Methoden und theoretischer Perspektiven. Forschende werden in der beständig wachsenden Quellenbibliothek des Instituts für Religionswissenschaft, in der umfangreich originalsprachliche Materialien zu einer Vielzahl neuer religiöser Bewegungen versammelt sind, eine besondere Hilfestellung finden.

Praktische Religionswissenschaft: Interreligiöse/spirituelle Dimensionen von Palliative Care bzw. Spiritual Care
Birgit Heller

Palliative Care nimmt sich der körperlich-psychisch-sozial-spirituellen Dimensionen des schwer kranken/sterbenden Menschen und der betroffenen Angehörigen an. In den multireligiösen modernen westlichen Gesellschaften hat die christliche Krankenhausseelsorge ihren vormals unumstrittenen Platz verloren. Der christlichen Spiritualität kommt  in der Hospizbewegung und in der Palliative Care dennoch eine große Bedeutung zu, nicht zuletzt weil die Hospizidee selbst stark christlich geprägt ist. Buddhistische Traditionen spielen in den westlichen Gesellschaften insofern eine besondere Rolle, als sie in vielen Fällen eine Brücke zwischen den Ebenen einer konfessionell gebundenen und einer individuellen Spiritualität zu bilden scheinen. Neben der Sterbebegleitung der institutionalisierten religiösen Traditionen sind jedoch auch zahlreiche Formen einer spirituellen Begleitung von Sterbenden entstanden, die sich außerhalb der organisierten Religionen befinden. Einen Spezialaspekt stellen die bislang wenig beachteten Dimensionen der spirituellen Begleitung und Unterstützung der Verstorbenen dar. Diese Totensorge ist in vielen Facetten in den religiösen Traditionen verankert, spielt aber auch in den modernen säkularen Gesellschaften eine Rolle. Spiritual Care ist ein modernes Phänomen, das nicht nur in der palliativen Betreuung, sondern generell im Gesundheitsbereich relevant ist. Der Begriff wird sowohl für die konfessionelle christliche Seelsorge im modernen (häufig interreligiös erneuerten) Gewand, für die traditionelle Begleitung seitens verschiedener Religionen (wie Islam, Judentum etc.), aber auch die spirituelle Begleitung jenseits der etablierten Traditionen verwendet. Ich habe eine breite Expertise in diesem Feld, weil ich 15 Jahre in einem Interdisziplinären Universitätslehrgang für Palliative Care unterrichtet und von den verschiedenen Professionen selbst viel gelernt habe sowie bis heute in der Aus- und Weiterbildung tätig bin. Forschungsarbeiten, die sich mit einer Fragestellung aus diesem Themenfeld auseinandersetzen möchten, sind willkommen.

Religion in Österreich
Lukas K. Pokorny

Ein wesentlicher Teil meiner aktuellen Forschung sucht das größtenteils unkartierte Feld religiöser Pluralität in Österreich in Geschichte und Gegenwart zu erschließen. Im Fokus habe ich hierbei vor allem asiatische Diaspora- und Neureligionen. In meiner diesbezüglichen Forschung verbinde ich generell (mikro-)historische und sozialwissenschaftliche Ansätze, wobei ich auf einen umfangreichen Fundus an Methoden zurückgreife, der sich über die Archivarbeit bis hin zur qualitativen Feldforschung erstreckt. Zusammen mit Hans Gerald Hödl habe ich 2012 die Buchreihe Religion in Austria (RiA) ins Leben gerufen, mit der Absicht relevante Forschung in diesem Bereich einer breiteren heimischen wie internationalen Leserschaft zugänglich zu machen. Sehr gerne übernehme ich die Betreuung für Forschungsprojekte, die sich mit einzelnen Aspekten dieses reichen Themenkomplexes historisch und/oder sozialwissenschaftlich befassen. Geeignete Projekte mögen auch im Rahmen vergleichender, transregionaler oder der österreichischen Diasporaforschung stattfinden. AbsolventInnen mit hervorragenden Forschungsleistungen in diesem Bereich sind eingeladen ihre Forschungsresultate bei RiA einzureichen.

Religion und Politik: Vergöttlichung
Nickolas P. Roubekas

Die Verbindung von Religion und Politik ist heutzutage sowohl in der Forschung von historischen als auch modernen Kulturen unumstritten. Das zugrundeliegende Konzept, welches die beiden Themenfelder verbindet, ist – wie wir aus Foucaults Werk wissen – nichts weniger als "Macht." Einschlägige Beispiele in welchen der Zusammenhang von Religion, Politik und Macht gezeigt wird, findet man in unzähligen Fällen menschlicher Vergöttlichung, wie zuvörderst bei diversen Herrscherfiguren zu sehen ist. Über eine Kontaktaufnahme von Studierenden, die an der Diskussion interessiert sind, wie Vergöttlichung in antiken oder modernen Milieus (antikes Ägypten, hellenistische Königreiche, römisches Reich, mesoamerikanische Zivilisationen, sowie mittelalterliche französische Könige, japanische Herrscher etc.) entsteht, würde ich mich sehr freuen. Mein ganz besonderes Interesse gilt ferner Themen, welche einen historisch-komparativen Ansatz verfolgen, die also darstellen wie Vergöttlichung funktioniert und der Frage nachgehen, ob diese erfolgreich ist oder nicht.

Religion und Spiritualität im Kontext von Psychologie, Psychoanalyse und Psychotherapie
Human-Friedrich Unterrainer

Seit Beginn der wissenschaftlichen Psychologie und Psychotherapie am Ende des 19. Jahrhunderts finden sich religionspsychologische Forschungsarbeiten. Obwohl es anfangs teilweise zu massiver Kritik kam (z.B. bei Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse), trugen neuere psychoanalytische Ansätze (beginnend mit C.G. Jung oder Alfred Adler) zu einer reflektierteren Diskussion bei. Die Bindungstheorie (nach John Bowlby) stellt neben klassisch-psychoanalytischen und lerntheoretischen Modellen einen weiteren wichtigen Ansatz zur Auseinandersetzung mit Religion und Spiritualität (R/S) dar. Des Weiteren versuchen vor allem humanistische Psychotherapien (z.B. die Logotherapie nach Viktor Frankl) R/S zumindest teilweise in ihr Menschenbild zu integrieren. Neben der Auseinandersetzung mit klassischen und neueren psychologischen und psychotherapeutischen Zugängen zu R/S, kann auch aktuellen gesellschafts- und gesundheitspolitischen Fragestellungen auf theoretischer und/oder empirischer Ebene nachgegangen werden: Welche Rolle darf bzw. kann R/S in der modernen Psychotherapie spielen? Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen der Integration von R/S in das bio-psycho-soziale Modell von Gesundheit und Krankheit?

Religionen Ostasiens
Lukas K. Pokorny

Derweil sich meine eigene Forschung speziell dem Buddhismus und Konfuzianismus widmet, biete ich Betreuung zum gesamten Spektrum religiöser Traditionen Ostasiens in Geschichte und Gegenwart an. Ich verstehe Ostasien in diesem Zusammenhang als geographisch-kulturelle Klammer für China/Taiwan, Korea, Japan und Vietnam, wobei mich die Ausgestaltungen ostasiatischer Religiosität (im Speziellen mit Blick auf den Konfuzianismus) aber auch des Theravāda in den Ländern Südostasiens gleichermaßen faszinieren. Das Themenfeld der Religionen Ostasiens umfasst entsprechend sämtliche religiösen Phänomene, die ein merkliches, historisch-gewachsenes Erbe in den erwähnten Ländern aufweisen. Darunter fallen etwa Buddhismus, Daoismus, Konfuzianismus, Shintō oder die zahlreichen volksreligiösen Traditionen (zum Beispiel: musok 무속 und Đạo Mẫu). Sowohl textbasierte als auch ethnographische Forschungsprojekte sind willkommen. Die Wahl theoretischer und methodischer Zugänge (historisch, kultur- oder sozialwissenschaftlich) ist dabei prinzipiell offen.

Religionen und Geschlecht
Birgit Heller

Geschlecht und Religion hängen in mehrfacher Weise zusammen. Zum einen sind die religiösen Traditionen, Anschauungen, Symbole und Praktiken nicht geschlechtsneutral, sondern geschlechtsspezifisch geprägt. Weiters stehen die Geschlechterrollen, die Bilder, Stereotype, Ideale und das Selbstverständnis von Frauen und Männern (und weiteren Geschlechtern) im Rahmen einer bestimmten Kultur in der ständigen Wechselwirkung mit dem jeweiligen religiös-philosophischen Erbe. Darüber hinaus ist die traditionelle Erforschung und Darstellung von Religionen selbst überwiegend durch eine einseitige androzentrische Perspektive gekennzeichnet. Der Komplex Religionen und Geschlecht umfasst ein großes Spektrum an Themen und Fragestellungen. Ich befasse mich nun seit mehr als 25 Jahren mit unterschiedlichsten Aspekten dieses breiten Forschungsfeldes. Je nach Themenstellung bieten sich verschiedene Zugangsweisen an: religionsgeschichtliche Analysen von einzelnen Aspekten (wie etwa der Zusammenhang zwischen (Un-)Reinheitsvorstellungen und Geschlecht in einzelnen religiösen Traditionen); vergleichend-systematische Studien (etwa zur Bedeutung geschlechtsspezifischer Körpersymbolik in fundamentalistischen Bewegungen) oder qualitative Sozialforschung (beispielsweise Geschlechterunterschiede in einem Segment der religiösen Gegenwartskultur). Sehr gerne übernehme ich die Betreuung von Arbeiten, die sich in diesem Themenbereich verorten.

Religionstheorien: Historisch, klassisch und modern
Nickolas P. Roubekas

Religionstheorien sind Generalisierungen der Kategorie "Religion." Ein/e ReligionstheoretikIn nimmt für sich in Anspruch, dass sie/er den Ursprung, die Funktion und Spezifität einer Religion – wo und wann immer man ihr begegnet – erklären kann. Im Zentrum der Erklärung jener Theorien liegt maßgebend das Bedürfnis aus welchem Religion entsteht, sich speist und erhält. Dieses Bedürfnis kann von unterschiedlicher Form sein, z. B.: materieller Art, wie etwa Schutz und Nahrung, den Lauf des Universums zu erklären, Träume zu deuten, in Kontakt mit dem Unbewussten zu kommen, für sozialen Zusammenhalt etc. Wissenschaftliche Bestrebungen wie diese können bis in die Antike (beispielsweise zu Vorsokratikern) zurückgeführt werden. Wobei sie schließlich und hauptsächlich vom 17. bis ins 20. Jh. durch Denker wie Hume, Durkheim, Freud und Tylor weiterentwickelt wurden. Speziell durch die neue Teildisziplin der Cognitive Study of Religion (CSR) (z. B. vertreten durch Guthrie oder Boyer) ist dies ein äußerst dynamisches Segment religionswissenschaftlicher Forschung. Ich betreue jede Art von traditioneller Religionstheorie, wobei das Interesse speziell auf ForscherInnen liegt, welche Theorien unterstützen, die von extrareligiösen Forschungsfeldern stammen, wie beispielsweise Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft, Psychologie usw.

Religiös-Spirituelles Befinden, Persönlichkeit und psychische Gesundheit
Human-Friedrich Unterrainer

Das Multidimensionale Inventar zum Religiös-Spirituellen Befinden (MI-RSB) wurde im Rahmen der empirischen Religionspsychologie in interdisziplinärer Zusammenarbeit (Klinische Psychologie, Religionswissenschaften und Pastoraltheologie) entwickelt und kam seitdem in zahlreichen Studien zum Zusammenhang von Religiös-Spirituellem Befinden (RSB) und psychischer Gesundheit bei unterschiedlichen (klinischen/non-klinischen) Stichproben zur Anwendung. Es existieren Normwerte hinsichtlich der österreichischen Allgemeinbevölkerung, des Weiteren wurde der Fragebogen bereits in verschiedene Sprachen übersetzt. Das Verfahren befindet sich in ständiger Weiterentwicklung. So ergeben sich zahlreiche weiterführende Fragestellungen, wie z.B. die Erstellung von neuen Sprachversionen (Übersetzungen) der Skala, die Betrachtung der RSB-Dimensionen im Kontext verschiedener psychometrischer als auch biometrischer Parameter oder auch die Veränderung der RSB-Dimensionen bedingt durch unterschiedliche psycho-/körpertherapeutische Interventionen (z.B. Achtsamkeitstraining oder Yoga). Zur Bearbeitung eines solchen Themas im Rahmen eines empirisch-quantitativen religionspsychologischen Zugangs ist ein solides Grundwissen in Statistik (z.B. Bachelor in Psychologie) erforderlich. Denkbar wäre auch eine theoretische Auseinandersetzung mit dem RSB-Konzept bzw. ein vertiefender empirisch-qualitativer Zugang.

Sterben, Tod, Trauer und Jenseitsvorstellungen
Birgit Heller

Deutung und Integration des Todes ist seit jeher eine zentrale Aufgabe von Religionen im Rahmen einer bestimmten Kultur. In diesem Zusammenhang haben sich vielfältige mythische Todesbilder, verschiedene theoretische Zugangsweisen und praktische Umgangsformen mit dem Tod entwickelt. Fast überall erweist sich der Tod als erklärungsbedürftig, selten wird er als natürliches Phänomen betrachtet. Der Tod gilt auch in der Regel nicht als Ende des Lebens, sondern als Übergang in eine andere Existenzform verknüpft mit einer breiten Palette unterschiedlichster Jenseitsvorstellungen. Trauerriten werden in Verbindung mit dem Totenritual üblicherweise als Übergangsriten gedeutet. Die Regeln für das angemessene Trauerverhalten, aber auch das Trauererleben (also die emotionale Ebene) sind religiös-kulturell definiert und variieren beträchtlich. Besonders interessant finde ich die Entwicklungen und Transformationen in den modernen Gesellschaften, also etwa den Wandel in der Bestattungskultur oder die Formen, die der Jenseitsglaube annimmt (Reinkarnationsglaube, breites Interesse an Nahtoderfahrungen u.a.). Daher sind Arbeiten, die sich mit diesen Aspekten in der religiösen Gegenwartskultur auseinandersetzen wollen, besonders willkommen.