Betreuung

 

Zentrale Themenfelder möglicher Betreuung

Afrikanische Religionen
Hans Gerald Hödl

Der afrikanische Kontinent hat eine Vielfalt an unterschiedlichen Kulturen hervorgebracht, die man entweder nach großen Sprachfamilien oder nach geographischer Lage einteilt. Neben den sogenannten "traditionellen" Religionen (die wie alle religiösen Traditionen einem ständigen Wandel unterworfen sind), den am Kontinent entstandenen, finden wir in diesem großen Kulturraum auch verschiedenste Ausprägungen des Christentums und des Islam und durch Kulturkontakt entstandene neue religiöse Bewegungen. Durch Migrationsbewegungen haben sich v.a. afrikanische Formen des Christentums auch in den sogenannten "westlichen" Ländern ausgebreitet. Die Erforschung der religiösen Vielfalt des gegenwärtigen subsaharischen Afrikas und seiner Geschichte ist mir ein wichtiges Anliegen.

Afroamerikanische Religionen
Hans Gerald Hödl

Infolge des Transatlantischen Sklavenhandels unter den Nachfahren der afrikanischen Sklaven entstandene Religionen: In Lateinamerika solche, in denen u.a. katholische und spiritistische Elemente in eine afrikanische kulturelle Matrix eingetragen wurden, im kolonialen Nordamerika und in den Vorbürgerkriegs-USA v.a. spezifische Formen des Christentums. In den heutigen USA neben durch "afrikanische" Spiritualität gekennzeichneten christlichen Denominationen etwa religiös-politische Bewegungen, die eine millenaristische Weltsicht oder eine "Back-to-Africa" Zielsetzung vertreten (z.B. Nation of Islam, Black Hebrews, die aus Jamaika stammenden Rastafaris). Afrikanisch geprägte lateinamerikanische Religionen, die afrikanische religiöse Traditionen unter den Bedingungen der Sklaverei transformiert oder diesen angepasst haben, sind heute weit über ihr Ursprungsgebiet (v.a. Kuba, Haiti und Brasilien) hinaus verbreitet. Ein breites Forschungsfeld, das insbesondere für Fragestellungen in Bezug auf kulturelle Transformationsprozesse und den Einfluss dieser Traditionen auf andere kulturelle Bereiche (Blues, Jazz, Samba, Hip Hop, Zombiefilme, Literatur usw.) ergiebig ist.

Asiatisch-diasporische, alternative und neue Religionen im Westen
Lukas Pokorny

Die in "Religion in Österreich" dargestellte Betreuungsmöglichkeit wird hier noch einmal regional auf westliche Gesellschaften im Allgemeinen erweitert, wenn auch mit der Einschränkung auf asiatisch-diasporische, alternative und neue Religionen. Betreuung biete ich an dieser Stelle zu Forschungsprojekten, die sich mit den glokalen Entwicklungen und gegenwärtigen Ausformungen dieser religiösen Strömungen/Institutionen mit einem Schwerpunkt auf die Situation in Europa befassen. Der Theorie- und Methodenkatalog der Religionswissenschaft kann im Rahmen dieses Forschungsgegenstands zur Gänze erschöpft werden. Besonders begrüßenswert sind vergleichende Studien.

Christentum
Hans Gerald Hödl

Ein weites Gebiet. Hier bin ich besonders interessiert an Forschungen zu neuen, zeitgenössischen Ausprägungen des Christentums (zu kleineren Religionsgemeinschaften, die von den Mainstream-Kirchen gerne als "Sekten" abgewertet werden). Fallstudien (mit qualitativer Forschungsmethodik), aber auch historische Themen (auch hier bevorzugt zu den "haeretici").

Der Gottesbegriff & Atheismus: Antik/Modern
Nickolas P. Roubekas

Obgleich es sich hierbei um eine Thematik handelt, welche im gesamten Forschungsfeld der historischen Religionen enthalten ist, biete ich speziell auch bei sehr zielgerichteten Fragestellungen, wie etwa der Frage danach, was eine Gottheit in polytheistischen wie monotheistischen Kulturen konstituiert, Betreuung an. Von speziellem Interesse sind Projektvorschläge, welche einem vergleichenden Ansatz nachgehen, und dabei – im Verständnis darüber, was ein oder was kein Gott sei – sowohl Ähnlichkeiten als auch Differenzen aufzeigen. So beispielweise von antiken (griechische und ägyptische Ideen), modernen (christlichen und jüdischen Vorstellungen) oder historisch-modernen Konzeptualisierungen (römische und muslimische Ideen). Zusätzlich und im Zusammenhang zum theistischen Verständnis von Gott oder Göttern interessieren mich Themen die mit dem atheistischen Standpunkt von Denkern (oder Gruppen) in der Antike als auch der Moderne verbunden sind. Solche Ansichten können mit dem ursprünglichen Thema der Göttlichkeit kombiniert werden und aufzeigen, wie der Atheismus auf solche Ansprüche reagiert hat und noch immer tut.

Esoterik und Okkultismus
Karl Baier

Ich bin seit mehreren Jahren Mitglied der ESSWE (European Society for the Study of Western Esotericism) Die Forschungsbereiche, mit denen ich in  diesem Feld beschäftigt bin,  sind  u. a. Rosenkreuzertum, spirituelle Alchemie, Mesmerismus (siehe oben), Theosophie, Hochgradfreimaurerei, rechtsextreme Esoterik und der Einfluss der Esoterik auf die moderne Kunst.

Frühes Christentum
Nickolas P. Roubekas

Auch wenn dies ein sehr breites Feld ist, gehört mein Interesse speziell denjenigen Themen, welche ein breites theoretisches Interessenfeld behandeln, so beispielsweise: Wie wurde das Christentum "erfunden"? Wie konnten frühe Christen ihre Identität formieren? Wie innovativ war das Christentum? Welche Argumentationen wurden von frühen Christen vorgebracht und akzentuiert? Ferner sind Studierende, die an den so genannten christlichen Apologeten (wie etwa Justin der Märtyrer, Athenagoras von Athen, Klemens von Alexandrien oder Irenäus von Lyon) und ihren Schriften Interesse finden, herzlich eingeladen, mich zu kontaktieren.

Fußball
Hans Gerald Hödl

Damit meine ich alle Themen, die irgendwie die Frage nach der religiösen Bedeutsamkeit von Bereichen unserer Alltagskultur stellen – klassisch: ist Fußball eine Religion? Anders gesagt: alle Themen, die sich mit der Definition von Religion und/oder der Anwendung des Religionsbegriffes als Kategorie auf Bereiche befassen, die man aus einem natürlichen Vorverständnis heraus nicht als religiös bezeichnen würde.

Historische Religionen
Nickolas P. Roubekas

Meine Betreuung biete ich in diversen historischen Traditionen an, im Spezifischen wären dies (jedoch nicht ausschließlich): griechische, ägyptische, mesopotamische und römische Religionen. Masterstudierende, die an Ritus, Glaubensvorstellungen, Mythen und anderen Aspekten historischer Kulturen in Bezug auf religiöse Praxis und Institutionen interessiert sind, dürfen mich ebenso gerne kontaktieren. Besonders interessiert bin ich an Projekten, die das grundlegend konstitutive Element dieser religionswissenschaftlichen Teildisziplin hinterfragen, d.h. was bedeutet der Begriff Religion hier eigentlich? Ist er korrekterweise anwendbar auf vormonotheistische Traditionen? Wie können wir den Begriff sinnvoll verwenden? Gibt es eine oder mehrere vernünftige methodische und theoretische Herangehensweise(n), welche sich als gewinnbringend erweist/erweisen, um den Wissensbestand „religiöser“ Ideen und Praktiken wissenschaftlich nachzuweisen?

Mesmerismus
Karl Baier

Der Mesmerismus, der durch den Arzt Franz Anton Mesmer (1734–1815) in Wien begründet wurde, hat als alternative Heilmethode und durch sein Menschenbild die alternative Heilkunde, romantische Philosophie, die Entstehung der Psychotherapie und neureligiöse Strömungen wie Spiritismus, Theosophie und New Thought maßgeblich beeinflusst. Ich bin seit Jahren intensiv mit der Erforschung seiner Geschichte befasst und bin sehr daran interessiert, durch die Betreuung von Masterarbeiten und Dissertationen die Mesmerismus-Forschung zu unterstützen.

Millenarismus
Lukas Pokorny

Schon seit geraumer Zeit interessiere ich mich, vor allem aus einem doktrinellen Blickwinkel, für die millenaristische Dimension neuer religiöser Bewegungen. Millenarismus definiere ich hierbei im Kern als Vorstellung eines allumfassenden heilsstiftenden Wandels der gegenwärtigen Weltordnung. Zurzeit richte ich mein Augenmerk in diesem Bereich auf die Erschließung distinkter ethnozentrischer wie soteriologischer Elemente des breiten Spektrums millenaristischer Ausdrucksformen neuer Religiosität Ostasiens. Ein damit verbundener weiterer zentraler Gegenstand meiner Forschung ist die Frage nach der Funktion millenaristischen Denkens für die Legitimierung und Förderung des vielseitigen säkularen (i.e., sozialen, politischen und ökonomischen) Handelns dieser Gemeinschaften. Betreuung biete ich zu obigen Themenstellungen, wie generell zum weiten Feld der Millenarismusforschung, einschließlich historischer und anthropologischer Projekte jenseits von (ostasiatischer) Neureligiosität, wie auch zum möglichen Nexus zwischen katastrophischem Millenarismus und Gewalt.

Modern Yoga Research
Karl Baier

Yoga ist heute ein boomender Zweig der Wellnessökonomie und prägt das Leben vieler Zeitgenossen, die sich für die verschiedenen unter diesem Namen bekannten Übungsformen und die mit ihnen zusammenhängende Kultur begeistern. Die Erforschung der Geschichte des modernen Yoga, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Gestalt annimmt, ist noch jung und hat in den vergangenen 25 Jahren bedeutende Resultate erzielt. Projekte in diesem Bereich sind höchst willkommen.

Mormonentum
Hand Gerald Hödl

Eine der in den USA entstandenen Religionen. Die Religionstypologie ist sich unsicher, ob man sie unter "Christentum" oder "Neureligiöse Bewegung" (siehe dort) subsumieren soll. Die größte Kirche (mit Hauptsitz in Salt Lake City, Utah) unter den auf Joseph Smith zurückgehenden Kirchen ist die Church of Jesus Christ of Latter-day Saints. Die große Menge an Literatur zu dieser Kirche kommt teils von innen, teils mehr oder minder kritisch von außen, teils kritisch von innen. Eine Fülle an möglichen Forschungsfragen, ich bin besonders an den Themen Konversion, Mission, Mormon Dissenters, Geschichte der Kirche in Österreich interessiert, aber auch offen für weitere historische Themen, wie auch für qualitative Sozialforschung zum Thema.

Mythos, Helden und Religion
Nickolas P. Roubekas

"Mythos" ist schon seit seiner antiken Auffassung und Verwendung ein umstrittener Begriff. Allerdings finden wir ihn heutzutage sehr lebendig wieder und dies beinahe in jedem kulturellen Umfeld, wenn auch vornehmlich als "falscher," "fehlerhafter," oder "pseudo-historischer" Zugang zu allem möglichen. Überdies verwenden sowohl antike als auch moderne Heldenkonzeptionen (von Achilles bis zu Superman) solche Mythenvorstellungen als Rechtfertigung oder oft auch als Überzeugungsinstrument, um das Zielpublikum über die Wahrheit des begleitenden Narratives zu versichern. Meistens weisen solche Geschichten einen nicht unmerklichen religiösen Aspekt auf. Meine Betreuung biete ich in allen angesprochenen Themenfeldern an, einschließlich derjenigen Fragestellungen, welche sich im weiteren Feld von Mythos und Helden bewegen. So sind auch Vorschläge zu Themen wie "Was ist ein Mythos?" und Theorien zur Mythoserklärung willkommen.

Neue religiöse Bewegungen
Hans Gerald Hödl

Eigentlich ein komischer Begriff. Jede Religion war irgendwann einmal "neu" und nicht mehr als eine "Bewegung," wie etwa die judäische Volksfront (nicht zu verwechseln mit der "Volksfront für Judäa"). Bevor der so schön konfessionell aufgeteilte europäische Kontinent mit religiöser Diversifizierung bekannt geworden ist, ein Schimpfwort (aka "Sekte"). Jedenfalls bin ich sehr interessiert an mit historischer oder qualitativer Methodik durchgeführten Untersuchungen zu den in den einschlägigen Handbüchern so titulierten Religionsgemeinschaften. Wenn Sie sich schwer tun, für Ihren ersten Eindruck als "bizarr" erscheinende Gruppierungen ernst zu nehmen, oder beweisen wollen, wie schädlich diese Gruppen für das Allgemeinwohl sind, sind Sie bei mir an der falschen Adresse.

Neue religiöse Bewegungen
Lukas Pokorny

Zu einem großen Teil widme ich mich in meiner Arbeit der Erforschung neuer religiöser Bewegungen Ostasiens, wobei sich mein Augenmerk speziell auf drei Bereiche richtet: 1) Millenarismus und Ethnozentrismus in ostasiatischen Gemeinschaften, 2) die glokale Ausgestaltung im Westen, insbesondere in Europa und Österreich und 3) die Vereinigungsbewegung. Unter der Bezeichnung „neue religiöse Bewegungen“ verstehe ich religiöse Vergemeinschaftungen (darunter fallen auch esoterische und alternativ-religiöse Erscheinungen), welche sich im Laufe der letzten rund zwei Jahrhunderte entwickelt haben. Gerne betreue ich Forschungsprojekte zu allen Aspekten neuer Religiosität in Ost und West, einschließlich sämtlich dafür relevanter Methoden und theoretischer Perspektiven. Forschende werden in der beständig wachsenden Quellenbibliothek des Instituts für Religionswissenschaft, in der umfangreich originalsprachliche Materialien zu einer Vielzahl neuer religiöser Bewegungen versammelt sind, eine besondere Hilfestellung finden.

Psychedelik
Karl Baier

Die psychedelische Bewegung wird bis heute in ihrem Einfluss unterschätzt und viel zu wenig beforscht. Es handelt sich dabei um eine auf dem Gebrauch psychoaktiver Substanzen beruhende Form der Gegenwartskultur, die religions- und gesellschaftsverändernde Ziele verfolgt. Sie entstand Mitte des 20. Jahrhunderts und hatte in den 1960er und frühen 70er Jahren einen ersten Höhepunkt. Seit den 1990er Jahren gibt es ein psychedelic revival, das bis heute anhält.

Religion als Nicht-Religion: post- und parareligiöse Kultur
Karl Baier

Hierunter fallen religiöse Strömungen und „parareligiöse“ Phänomene, die das Label "Religion" ablehnen bzw. in der öffentlichen Wahrnehmung nicht diesem kulturellen Bereich zugeordnet werden: humanistische und transpersonale Psychologie, spirituelle Übungskulte wie Yoga, Qìgōng, MBSR etc., Meditationsangebote in Wellness-Hotels, Lebenshilfe-Bücher, Teemischungen, die bestimmte Chakren anregen sollen, neoschamanische Heilungsrituale und Schwitzhütten, Astrologie, Geistheilung etc.

Religion in Österreich
Lukas Pokorny

Ein wesentlicher Teil meiner aktuellen Forschung sucht das größtenteils unkartierte Feld religiöser Pluralität in Österreich in Geschichte und Gegenwart zu erschließen. Im Fokus habe ich hierbei vor allem asiatische Diaspora- und Neureligionen. In meiner diesbezüglichen Forschung verbinde ich generell (mikro-)historische und sozialwissenschaftliche Ansätze, wobei ich auf einen umfangreichen Fundus an Methoden zurückgreife, der sich über die Archivarbeit bis hin zur qualitativen Feldforschung erstreckt. Zusammen mit Hans Gerald Hödl habe ich 2012 die Buchreihe Religion in Austria (RiA) ins Leben gerufen, mit der Absicht relevante Forschung in diesem Bereich einer breiteren heimischen wie internationalen Leserschaft zugänglich zu machen. Sehr gerne übernehme ich die Betreuung für Forschungsprojekte, die sich mit einzelnen Aspekten dieses reichen Themenkomplexes historisch und/oder sozialwissenschaftlich befassen. Geeignete Projekte mögen auch im Rahmen vergleichender, transregionaler oder der österreichischen Diasporaforschung stattfinden. AbsolventInnen mit hervorragenden Forschungsleistungen in diesem Bereich sind eingeladen ihre Forschungsresultate bei RiA einzureichen.

Religion und Politik: Vergöttlichung
Nickolas P. Roubekas

Die Verbindung von Religion und Politik ist heutzutage sowohl in der Forschung von historischen als auch modernen Kulturen unumstritten. Das zugrundeliegende Konzept, welches die beiden Themenfelder verbindet, ist – wie wir aus Foucaults Werk wissen – nichts weniger als "Macht." Einschlägige Beispiele in welchen der Zusammenhang von Religion, Politik und Macht gezeigt wird, findet man in unzähligen Fällen menschlicher Vergöttlichung, wie zuvörderst bei diversen Herrscherfiguren zu sehen ist. Über eine Kontaktaufnahme von Studierenden, die an der Diskussion interessiert sind, wie Vergöttlichung in antiken oder modernen Milieus (antikes Ägypten, hellenistische Königreiche, römisches Reich, mesoamerikanische Zivilisationen, sowie mittelalterliche französische Könige, japanische Herrscher etc.) entsteht, würde ich mich sehr freuen. Mein ganz besonderes Interesse gilt ferner Themen, welche einen historisch-komparativen Ansatz verfolgen, die also darstellen wie Vergöttlichung funktioniert und der Frage nachgehen, ob diese erfolgreich ist oder nicht.

Religionen indigener Völker
Hans Gerald Hödl

Schon wieder so ein komischer Begriff. Der "indigenus" ist auch nur der Eingeborene, es klingt aber irgendwie akademischer. Gemeint sind Religionen, die zu einem Volk gehören. Das wären dann auch etwa die griechische oder die römische. Dabei kann man oft gar nicht von "einer" Religion sprechen, sondern von einer Agglomeration von verschiedenen Kulten (oder so). Stichworte (Auswahl): Schamanismus, Indianer, Aborigines, Trommel und Trance.
 

Religionen Ostasiens
Lukas Pokorny

Derweil sich meine eigene Forschung speziell dem Konfuzianismus – mit einem Fokus auf den koreanischen Neokonfuzianismus (insbesondere yulgokhak 栗谷學) und die darin verhandelten Themen von Leben, Tod und Übernatürlichem wie auch konfuzianischer Spiritualität – widmet, biete ich Betreuung zum gesamten Spektrum religiöser Traditionen Ostasiens in Geschichte und Gegenwart an. Ich verstehe Ostasien in diesem Zusammenhang als geographisch-kulturelle Klammer für China/Taiwan, Korea, Japan, Vietnam und die Mongolei, wobei mich die Ausgestaltungen ostasiatischer Religiosität (im Speziellen mit Blick auf den Konfuzianismus) aber auch des Theravāda in den Ländern Südostasiens gleichermaßen faszinieren. Das Themenfeld der Religionen Ostasiens umfasst entsprechend sämtliche religiösen Phänomene, die ein merkliches, historisch-gewachsenes Erbe in den erwähnten Ländern aufweisen. Darunter fallen etwa Buddhismus, Daoismus, Konfuzianismus, Shintō oder die zahlreichen volksreligiösen Traditionen (zum Beispiel: musok 무속 und Đạo Mẫu). Sowohl textbasierte als auch ethnographische Forschungsprojekte sind willkommen. Die Wahl theoretischer und methodischer Zugänge (historisch, kultur- oder sozialwissenschaftlich) ist dabei prinzipiell offen.

Religionsästhetik
Hans Gerald Hödl

Forschungsrichtung, die Hubert Cancik und Hubert Mohr erfunden haben. Religion als Symbolsystem, das einen Beitrag zur kulturellen Formung des menschlichen Körpers leistet, aber auch ganz einfach die materielle Dimension der Religion. Offen für hippe/sexy Forschungsfragen wie Religion im/und Film, Film als Religion, Religion in Kunst, Literatur, Comics, Medien.

Religionstheorien: Historisch, klassisch und modern
Nickolas P. Roubekas

Religionstheorien sind Generalisierungen der Kategorie "Religion." Ein/e ReligionstheoretikIn nimmt für sich in Anspruch, dass sie/er den Ursprung, die Funktion und Spezifität einer Religion – wo und wann immer man ihr begegnet – erklären kann. Im Zentrum der Erklärung jener Theorien liegt maßgebend das Bedürfnis aus welchem Religion entsteht, sich speist und erhält. Dieses Bedürfnis kann von unterschiedlicher Form sein, z. B.: materieller Art, wie etwa Schutz und Nahrung, den Lauf des Universums zu erklären, Träume zu deuten, in Kontakt mit dem Unbewussten zu kommen, für sozialen Zusammenhalt etc. Wissenschaftliche Bestrebungen wie diese können bis in die Antike (beispielsweise zu Vorsokratikern) zurückgeführt werden. Wobei sie schließlich und hauptsächlich vom 17. bis ins 20. Jh. durch Denker wie Hume, Durkheim, Freud und Tylor weiterentwickelt wurden. Speziell durch die neue Teildisziplin der Cognitive Study of Religion (CSR) (z. B. vertreten durch Guthrie oder Boyer) ist dies ein äußerst dynamisches Segment religionswissenschaftlicher Forschung. Ich betreue jede Art von traditioneller Religionstheorie, wobei das Interesse speziell auf ForscherInnen liegt, welche Theorien unterstützen, die von extrareligiösen Forschungsfeldern stammen, wie beispielsweise Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft, Psychologie usw.

Systematisch-Vergleichende Religionswissenschaft
Hans Gerald Hödl

Kategorien, die im Religionsvergleich angewendet werden. Hier bin ich entsprechend meiner Lehr-und Forschungstätigkeit offen für empirische und historische Forschungen zu Mythos, Ritual und Opfer, insb. zur Theorie dieser Begriffe, aber auch für vergleichende Detailstudien (Bsp.: "Essen als Ritual").